EZB senkt Leitzins noch nicht

Trotz der Verschärfung der Finanzmarktkrise in den USA und in Europa hat die Europäische Zentralbank (EZB) auch heute ihren Leitzins unverändert bei 4,25% belassen und damit ihre Linie vorerst beibehalten, die Krise nicht mit Leitzinssenkungen, sondern mit Liquiditätsunterstützung an das Bankensystem zu bekämpfen. Sie scheint so lange wie möglich das Pulver trocken halten zu wollen, um erst einmal die Auswirkungen auf die Konjunkturentwicklung besser einschätzen zu können. Der positive Effekt dieser klaren Politik ist, dass die langfristigen Kapitalmarktzinsen nach unten tendieren, da die meisten Investoren davon ausgehen, dass angesichts einer deutlichen Abschwächung der Konjunktur spätestens in 2009 die Leitzinsen gesenkt werden müssen, aber auch der Inflationsdruck in einer Abkühlung der Weltwirtschaft bereits nachlässt. Während also viel in der Realwirtschaft auf Rezession und damit auch sinkende Zinsen hindeuten, gibt es eine große Unbekannte.

Baugeldzinsen steigen an

Das angekündigte Rettungspaket der US-Regierung und die damit verbundene Angst vor einer dramatisch höheren Staatsverschuldung haben in den vergangenen Tagen die Zinsmärkte weltweit bewegt und die Renditen von Anleihen um rund 0,30% steigen lassen. Gerade die Furcht vor der Finanzkrise hatte zuvor viele Anleger in sichere Staatsanleihen flüchten lassen. Die Sicherheitsprämie hat sich nun wieder abgebaut. Steigende Langfristzinsen passen aber nur bedingt in das sehr schwache Bild, das die Konjunkturentwicklung in den USA und in Europa derzeit zeichnet. Schwache Arbeitsmarktzahlen und eine weitere Abschwächung des Konsums lassen in den USA sogar weitere Leitzinssenkungen erwarten. Auch in Euroland wächst der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), die Leitzinsen zu senken. Die Konjunktur in Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland ist angeschlagen und Irland offiziell in die Rezession gefallen.

Euro-Zinsen bewegen sich vorerst seitwärts

Wieder einmal richten sich die Augen der Investoren am Zinsmarkt auf die Bewegungen in den USA. Dort zeichnen die aktuellen Konjunkturdaten ein sehr schwaches Bild, da besonders die private Konsumnachfrage als Folge der Immobilienkrise und der Stagnation am Arbeitsmarkt in den letzten Monaten rückläufig ist. Weil der Konsum für fast 70% der US-Wirtschaftsleistung verantwortlich ist, kann diese Schwäche auch nicht von der stärkeren Export-Performance, die vom bis vor kurzem extrem schwachen Dollar profitiert hat, aufgefangen werden. Da fallende Rohstoff- und Energiepreise auch eine Entlastung an der Inflationsfront für 2009 andeuten, sinkt derzeit die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank die Leitzinsen von derzeit 2,0% anheben muss. Bis zum Jahresende ist daher sicher nicht mit höheren Leitzinsen zu rechnen, was wiederum die langfristigen Kapitalmarktzinsen niedrig hält.

Europäische Zentralbank lässt Leitzins unverändert

Wie zu erwarten war, hat die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer gestrigen Sitzung die Leitzinsen unverändert bei 4,25% belassen. Auch die britische Zentralbank ließ die Leitzinsen vorerst bei 5,0% während die schwedische Zentralbank ihren Referenzsatz um 0,25% auf nunmehr 4,75% anhob. Die Notenbanken bestätigen damit die Meinung der Investoren an den Kapitalmärkten, dass vorläufig Preisstabilität im Fokus bleibt und nicht der kurzfristige Versuch, durch Leitzinssenkungen die abbrechende Konjunktur zu stützen. Mit dieser Strategie der Kontrolle von Inflationserwartungen unterstützen die Notenbanken die Entwicklung bei den langfristigen Zinsen.

Baugeldzinsen jetzt nutzen

Nach dem kräftigen Zinsanstieg von Februar bis Juli, der von steigenden Inflationsbefürchtungen getrieben war, ist es in den vergangenen Wochen zu einer deutlichen Korrektur an den Zinsmärkten gekommen. Überraschend schwache Konjunkturdaten für das zweite Quartal haben den Fokus der Marktteilnehmer von Inflations- auf Rezessionsangst gelenkt und zu kräftigen Käufen an den Anleihemärkten geführt. Besonders ausgeprägt zeigt sich der Stimmungswechsel bei den kurzen Laufzeiten, wo die Renditen für zweijährige Pfandbriefe innerhalb von vier Wochen von 5,30% auf nunmehr 4,60% gesunken sind. Damit drückt sich die Erwartung aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) nicht mehr über Leitzinserhöhungen nachdenkt, sondern schon in 2009 mit Leitzinssenkungen auf die sich abschwächende Konjunktur reagieren muss.Auch die zehnjährigen Renditen für Pfandbriefe sind von knapp über 5,0% auf nunmehr 4,65% gefallen. Dies zeigt eine sichtlich entspanntere Inflationserwartung für die Zukunft.

Baugeldzinsen wieder attraktiv

Die letzten Tage haben an den Zinsmärkten in den USA und Europa die Renditen weiter sinken lassen. Ausschlaggebend für diese Bewegungen sind die zuletzt sehr enttäuschenden Konjunkturindikatoren, die besonders für Europa eine rasche und deutliche Abkühlung des Wachstums erwarten lassen. Offensichtlich haben der Konjunktureinbruch in den USA und die signifikanten Preissteigerungsraten sowohl die Exportwirtschaft als auch die Binnennachfrage belastet. Da auch in Asien Anzeichen für eine Wachstumsabschwächung immer deutlicher werden, hat zuletzt auch der Ölpreis deutlich nach unten korrigiert und die Inflationssorgen etwas abklingen lassen. Vor diesem Hintergrund erwarten viele Marktteilnehmer keine weiteren Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und haben sich durch Käufe von Anleihen neu am Markt positioniert und damit die Renditen über die gesamte Laufzeitkurve nach unten gezogen.

EZB hält still - sinkende Zinsen jetzt nutzen!

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihrer gestrigen Sitzung die Leitzinsen unverändert bei 4,25% belassen. Dabei hat sie angedeutet, dass sie vorerst keinen Anpassungsbedarf sieht, obwohl sie wiederum auf die Risiken auf der Inflationsseite hingewiesen hat. Diese Aussagen hat der Markt so interpretiert, dass die Sorge um die Konjunkturentwicklung in Euroland stärker in die Meinungsbildung der Notenbanker einzufließen beginnt. Die schwachen Konjunkturindikatoren in einer Reihe von EU-Ländern in den vergangenen Wochen zeigen offensichtlich Wirkung. Am Kapitalmarkt hat das zu einem Rückgang der Zinsen im 10-Jahresbereich um rund 10 Renditestellen und bei den 2-jährigen Titeln sogar um rund 20 Renditestellen geführt.

Schwere Zeiten für die EZB

Die Zinsmärkte haben diese Woche vor allem auf die schwachen Konjunktursignale aus den USA und Europa reagiert. Die Renditen sind daher über alle Laufzeiten um 10 bis 15 Basispunkte gefallen. So ist in den USA das Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal nur um 1,9% und nicht wie erwartet um 2,3% gewachsen. Auch die Arbeitsmarktdaten haben gestern einen weiteren scharfen Anstieg der Erstanträge für Arbeitslosenunterstützung gezeigt. Damit sehen viele Investoren den Spielraum der US-Notenbank, mit Leitzinserhöhungen gegen die bei 5,0% liegende Inflationsrate vorzugehen, wieder deutlich eingeschränkt. Das hat die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen wieder unter 4% gedrückt. Zur gleichen Zeit spitzt sich das Dilemma für die Europäische Zentralbank (EZB) weiter zu. Die Inflationsrate ist im Juli im Euroraum auf 4,1% angestiegen und auch in Deutschland auf 3,4% geklettert.

Baugeldzinsen vor der nächsten Aufwärtsbewegung?

Seit Mitte Juni bewegen sich die Kapitalmarktzinsen - gemessen an den auch für das Baugeld relevanten Pfandbriefrenditen - nervös um die 5,0%-Marke hin und her. Zwischen März und Mitte Juni waren sie in einem rasanten Anstieg von 4,30% auf diese Marke zugelaufen. Die nervösen Schwankungen drücken das Spannungsfeld zwischen der Erwartung einer Konjunkturabschwächung und der gleichzeitigen Tendenz zu höheren Inflationsraten aus. Damit geht es aber auch um eine Wette auf den nächsten Schritt der Europäischen Zentralbank (EZB). Bleibt sie bei ihrer klaren Präventionspolitik und konzentriert sich auf die Bekämpfung der zuletzt auf 4,0% angestiegenen Inflation? Dies macht eine weitere Leitzinserhöhung auf 4,50% im September wahrscheinlich. Oder hofft sie, dass die rückläufige Konjunktur den Preisauftrieb nachhaltig nach unten bringt und sendet daher bald Signale, dass keine weiteren Zinserhöhungen anstehen?


Inflation bleibt das Thema - Jetzt für Sicherheit sorgen

Wie jedes Mal, wenn die Börsen schwach gehen, sind die Investoren auch in den vergangenen zwei Wochen in sichere Staatsanleihen geflüchtet. Die Nachfrage hat die Zinsmärkte, die zuletzt kräftige Renditeanstiege zu verzeichnen hatten, vorerst stabilisiert. Die leichten Zinsrückgänge sollten jedoch nicht falsch interpretiert werden. Sie sind eine technische Reaktion nach einer mehrmonatigen Phase steigender Zinsen und kein Trendwechsel. Das dominante Thema für die Einschätzung der Zinsentwicklung bleiben die hohen Inflationsraten. Hier erwarten wir vorerst keine Entspannung. Die Juni-Zahlen zeigen mit 4,0% für Euroland und 3,3% für Deutschland eine weiter steigende Tendenz. In den USA hat sich der Preisanstieg sogar auf 5,0% beschleunigt. Die Produzentenpreise sind in Deutschland im Juni um 6,7% gestiegen. Das ist der höchste Zuwachs seit 26 Jahren und drückt die drastisch gestiegenen Rohstoffpreise aus.

Zinsen vorerst stabil

Nach dem starken Anstieg in den vergangenen Monaten hat sich die Lage am Zinsmarkt vorerst stabilisiert. Sehr schwache Konjunkturdaten in den USA und die schlechte Stimmung an den Aktienmärkten haben die Investoren wieder zum Kauf von Staatsanleihen bewegt und damit vorerst den Renditeanstieg gestoppt. Die Betonung liegt hier auf vorerst. Denn die Frage bleibt, wie lange diese Korrektur anhält, bis die nächste Welle an Inflationsbefürchtungen die Zinsen wieder weiter steigen lässt. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Inflationsraten im Euroraum in den nächsten Monaten hoch bleiben bzw. weiter ansteigen und die Europäische Zentralbank im zweiten Halbjahr daher zu weiteren Leitzinsanhebungen gezwungen sein wird. Damit erwarten wir mittelfristig wieder einen Aufwärtsdruck bei den Baugeldzinsen.

EZB erhöht Leitzins vorerst nur um 0,25 Prozentpunkte

Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen gestern um 0,25 Prozentpunkte auf nunmehr 4,25% angehoben. Da einige Marktteilnehmer im Vorfeld angesichts der zuletzt auf 4,0% angestiegenen Inflationsrate auch eine Anhebung von 0,50 Prozentpunkten für möglich gehalten hatten, waren die Kapitalmarktzinsen in den vergangenen Tagen hochgelaufen. Dass der Zinsmarkt gestern Nachmittag vorerst mit einer Entspannung reagiert hat, ist daher nicht überraschend. Dazu haben die Ausführungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet beigetragen, der vorerst keine weiteren Zinserhöhungen in Aussicht gestellt hat. Fakt ist: Inflationsraten von 4,0% sind für die EZB auf Dauer nicht akzeptabel, weil sie zwangsläufig zu Zweitrundeneffekten führen werden und somit die Gefahr einer Spirale nach oben besteht. Die EZB steht damit vor der delikaten Aufgabe, den Grad und die Geschwindigkeit der Konjunkturabschwächung in Euroland mit der akuten Inflationsgefahr ausbalancieren zu müssen.