Zinsen steigen an - jetzt für Sicherheit sorgen!

Die Schwankungen am Zinsmarkt blieben im Spannungsfeld von Konjunktureinschätzung und Inflationsentwicklung auch in den vergangenen Tagen stark. So haben angesichts überraschend guter Zahlen zum Wirtschaftswachstum in Deutschland und neuer Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) die Kapitalmarktzinsen gestern stark nach oben tendiert. Besonders die kurzen Laufzeiten haben reagiert und beginnen nun mehr und mehr auch die Möglichkeit einer Leitzinserhöhung der EZB in den nächsten Monaten einzupreisen. Das mag zwar überraschen, passt aber zu den Aussagen einiger EZB-Notenbanker, dass sie alles tun werden, um die Inflationsentwicklung zu kontrollieren.

Im April ist die Teuerungsrate zwar auf 2,4% zurückgegangen, nachdem sie in den Vormonaten über 3% lag. Die Entwicklung der Energie- und Lebensmittelpreise sorgt aber weiterhin für Nervosität bei den Währungshütern. Da das Wirtschaftswachstum in Deutschland im 1. Quartal mit +1,5% deutlich besser ausgefallen ist als erwartet, haben einige Volkswirte begonnen, ihre Schätzungen für das Gesamtjahr wieder nach oben anzupassen. Vor diesem Hintergrund verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinssenkung durch die EZB für dieses Jahr signifikant und wir sehen für die nächsten Wochen tendenziell steigende Kapitalmarkt- und damit auch Baugeldzinsen.

Viele Finanzierungskunden scheinen immer noch auf Leitzinssenkungen der EZB zu hoffen und warten mit ihren Entscheidungen zur Zinsabsicherung. Es wird immer deutlicher, dass dies eine sehr riskante Strategie ist und vor dem oben beschriebenen Hintergrund neu überdacht werden muss. Wir empfehlen daher ganz klar, die aktuellen Zinsen festzuzurren und damit für Sicherheit zu sorgen. Die Risikoaufschläge der Banken sind derzeit gering und die flache Zinsstrukturkurve macht die Sicherheit langer Zinsbindungen momentan sehr günstig. Das gilt es konsequent zu nutzen.

Tendenz
kurzfristig: aufwärts
mittelfristig: aufwärts

von Robert Haselsteiner